Behandlung von Depressionen

Jeder braucht einmal Hilfe in seinem Leben – Depressionen lassen sich in der Regel gut behandeln! Die wichtigsten Methoden sind die psychotherapeutische Behandlung (Psychotherapie) und die medikamentöse Behandlung (Pharmakotherapie) mit Antidepressiva.

Der Weg zur geeigneten Behandlung

Bei Anzeichen einer Depression oder in einer Krise, bei sich selbst oder bei Freunden / Angehörigen, ist es am wichtigsten, sich Unterstützung zu holen. Das können zunächst Vertrauenspersonen (Eltern, Freunde, Lehrer, Familienmitglieder, Partner) sein oder professionelle Hilfe. Hier gibt es Kontaktadressen und Informationen zur professionellen Hilfe.

In einer ärztlichen Diagnostik kann abgeklärt werden, ob die eigenen Beschwerden im Rahmen einer Depression oder einer anderen Erkrankung (z.B. Schilddrüsenerkrankung, Entzündungen etc.) auftreten. Der Hausarzt ist dabei der erste Ansprechpartner.

Behandlungsmöglichkeiten

In einer Psychotherapie wird gemeinsam mit einer Fachperson in Gesprächen und Übungen an der Veränderung der Lebensgestaltung gearbeitet, um die Symptome und die Beeinträchtigung zu bewältigen. Das konkrete Therapieziel wird vorher gemeinsam festgelegt.
Wichtige Elemente einer Psychotherapie stellen das Kennenlernen der eigenen Gefühle, der Umgang mit den eigenen (unangenehmen) Gefühlen, der Umgang mit Stress und den eigenen Problemen, der Abbau von negativen Gedanken (Grübeleien, pessimistische Zukunfts- bis hin zu Suizidgedanken) und der Aufbau von positiven Erfahrungen dar. Auch Angehörige, Eltern und Geschwister können in einzelnen Gesprächen und Übungen hinzugezogen werden.

Bei einer Depression treten Störungen im Stoffwechsel des Gehirns auf. Antidepressive Medikamente können diesen veränderten Gehirnstoffwechsel ausgleichen. Diese Medikamente ermöglichen häufig erst, dass eine Psychotherapie überhaupt wirken kann. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung machen Antidepressiva weder abhängig, noch verändern sie die Persönlichkeit.

Neben den beiden genannten wichtigsten Therapieformen können weitere begleitende Methoden zu einer Verbesserung der Symptomatik, der Bewältigung des Alltags und der Lebensqualität beitragen:

  • Lichttherapie:
    Der Tag-Nacht-Rhythmus, die saisonalen Veränderungen mit dem Wechsel von Hell nach Dunkel bestimmen unser Leben. Unsere Körperfunktionen (Temperatur z.B.), unser Schlaf sind dadurch beeinflusst. Zu wenig Licht am Tag, zu viel Licht in der Nacht, Wechsel der Zeitzone, Schichtarbeit kann sich negativ auf unseren Körper, unsere Leistungsfähigkeit und unseren Schlaf auswirken und Depressionen (so genannte saisonale Depressionen oder «Winterdepression») auslösen. Lichttherapie mit einem speziellen Lichtimpuls kann aktivierend, antidepressiv und stabilisierend wirken.
  • Ergotherapie:
    Ergotherapie fokussiert auf die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit im Alltag (Produktivität in der Schule, Arbeit, Selbstversorgung, Unterstützung in der Freizeit). Weitere Informationen und Adressen zur Ergotherapie gibt es beim ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz.
  • Aktivierungstherapie:
    Aktivierungstherapie zielt auf eine aktivierende Alltagsgestaltung, mit Stärkung vorhandener Interessen und Möglichkeiten (kochen, musizieren u.a.). Weitere Informationen und Adressen zur Aktivierungstherapie gibt es beim Schweizerischen Berufsverband der Aktivierungsfachfrauen/-männer.
  • Musiktherapie:
    Musiktherapie nutzt als therapeutisch-ressourcenorientiertes Verfahren spezifisch Musik, um die psychische und / oder körperliche Gesundheit wieder gezielt herzustellen. Ausführliche Informationen und Adressen zur Musiktherapie gibt es beim Schweizerischen Fachverband für Musiktherapie.
  • Kunsttherapie:
    Kunsttherapie wählt spezifisch geeignete künstlerische Elemente (u.a. auch Bewegung, Tanz) zur Stärkung von Ressourcen, persönlichen Entwicklung, Kreativität, Sinneswahrnehmung und Wiederherstellung der Gesundheit. Weitere Informationen und Adressen zur Kunsttherapie gibt es beim Fachverband für gestaltende Psychotherapie und Kunsttherapie.
  • Sport- und Bewegungstherapie:
    Sport- und Bewegungstherapie ist eine ärztlich indizierte und verordnete Bewegung, die gemeinsam mit einem Therapeuten/in geplant und durchgeführt wird. Bewegung und Sport hat einen hohen antidepressiven Effekt und führt zu mehr Wohlbefinden. Weitere Informationen und Adressen zur Sporttherapie gibt es beim Schweizerischen Verband für Gesundheitssport & Sporttherapie.

Was kann ich tun?

Der Zyklus von Fühlen – Denken – Handeln hält eine Depression aufrecht und muss durchbrochen werden. Genauso wie die Spirale negativ drehen kann, kann sie auch umgedreht werden:


Wenn man deprimiert und traurig ist sich trotzdem aufrafft und zwingt, etwas zu machen, was man schon lange einmal erledigen bzw. tun wollte, hat man wieder erste Erfolgserlebnisse und die Stimmung wird ein klein wenig besser. Das hilft, um mehr Dinge zu unternehmen, auch die einem sonst Spass machen und man entdeckt die Freude wieder daran und plant weitere Aktivitäten.

SMART-Ziele

Um schrittweise Aktivitäten zu planen, hilft es, sich Ziele zu setzen. Ein Tool dafür sind die sogenannten SMART Ziele.

SMART-Ziele

Entspannungsübung

Gegen die Anlagen, die von den Eltern vererbt wurden, kann niemand etwas tun. Da diese aber ohne die Stressfaktoren nicht einfach depressiv machen, kann jeder etwas bewirken, indem man versucht, die Stressfaktoren, oder noch besser, die negative Depressionsspirale zu beeinflussen:

  • Gefühle besser kennenlernen
  • Zeit für die Dinge nehmen, die Spass machen
  • gesunde Ernährung, Bewegung und Sport treiben
  • sich selbst etwas zuliebe tun
  • positiver Tagesrückblick als Ritual: am Abend aufschreiben, was heute gut war
  • Entspannung lernen
  • sich bei Problemen und Stress gleich damit beschäftigen, gegebenenfalls Hilfe holen
  • negative Gedanken suchen und sie durch positive Gedanken ersetzen
  • aufmerksam sein, wie du die eigene Stimmung beeinflusst werden kann – mehr das machen, was einem gut tut!

Hier findest du eine meditative Entspannungsübung zum Ausprobieren:

All das kann man auch tun, bevor man depressiv ist. Das hilft, einer Depression vorzubeugen.