Unser Ziel

Als kantonales Netzwerk verfolgen wir die Verbesserung der Versorgung mit Früherkennung und Frühintervention von depressiv erkrankten Kindern- und Jugendlichen und ihren Angehörigen sowie die Suizidprävention im Kanton Bern.

Portrait Valérie

Portrait Anja

 

Mehr als 50% aller psychischen Erkrankungen treten erstmals im Alter zwischen 12 und 25 Jahren auf. Depression gehört dabei zu den mit am häufigsten psychischen Erkrankungen in der Schweiz und führt zu einer starken Beeinträchtigung.

Depression kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Beruf und sozialem Stand. Hier gibt es ausführliche Informationen über die Krankheit Depression.

 

Depression hat viele Gesichter und zeigt sich auf verschiedene Art und Weise. Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Symptombild der Depression.

 

Depression ist behandelbar – sind Sie selbst betroffen oder Angehöriger eines Betroffenen und suchen Sie Informationen und Hilfe? Hier finden Sie Hilfsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten im Kanton Bern.

 

💡Durch die Covid19-Pandemie mussten wir unsere täglichen Kontakte reduzieren bzw. aufs Minimum beschränken. Vielen fehlt jedoch der Kontakt mit engen Freunden oder Familienmitgliedern. Einige leiden so stark darunter, dass sie sich durch die Massnahmen und Einschränkungen einsam fühlen. Hilfe im Umgang mit der Covid19-Pandemie:

🖥📱💬Über andere Wege Kontakt halten: Während es teilweise nicht immer einfach ist, über echte Treffen in Kontakt zu bleiben, kann man auch über andere Wege in Kontakt treten. Gerade digitale Medien scheinen dafür besonders geeignet zu sein. WhatsApp, Skype oder Zoom eignen sich beispielsweise prima für Videoanrufe, Nachrichten und Medienaustausch. Aber auch persönliche Briefe können einen solchen Austausch ergänzen. Zudem eignet sich telefonieren gut, um die Stimme der jeweiligen Person zu hören. In einer solchen Situation ist es wichtig, sich bewusst Zeit zu nehmen, Kontakte zu pflegen, sei es auch nur über virtuellem Weg.

👥✨Gib Acht auf deine Mitmenschen: Vielleicht bist du selbst nicht von Einsamkeit betroffen, aber die Menschen in deinem Umfeld. Deswegen ist es wichtig, auf andere Menschen Acht zu geben und ihnen Unterstützung zu bieten. Nimm mit der Person Kontakt auf und frage sie, wie es ihr geht. Biete ihr Unterstützung an, beispielsweise durch regelmässige Anrufe oder Gespräche. Wenn du jedoch merkst, dass die Person stark unter der Situation und der Einsamkeit leidet oder andere psychischen Erkrankungen entwickelt, dann versuche ihr zu helfen, indem du sie an eine Fachperson (beispielsweise ihrem*ihrer Hausarzt*Hausärztin) weiterleitest oder dich selbst an eine Fachperson wendest.

🗣Tipp: Selbstoffenbarung kann dazu führen, dass sich der*die Gesprächspartner*in dir gegenüber öffnet: Wenn du dich teilweise auch einsam fühlst oder sich die momentane Situation für dich oft auch seltsam oder unangenehm anfühlt, dann sprich dieses Gefühl offen an und frag, ob es deinem Gegenüber teilweise auch ähnlich geht. Das kann helfen, sich zu öffnen.

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💡Unter Einsamkeit wird die wahrgenommene Diskrepanz zwischen den erwarteten bzw. gewünschten und den tatsächlich vorhandenen sozialen Beziehungen eines Menschen verstanden. Beispielsweise wenn eine Person sich mehr Freunde wünscht als sie im realen Leben hat. Oder aber, wenn eine Person zwar genügend soziale Beziehungen (Quantität) hat, diese aber nicht der gewünschten Qualität entsprechen. Das kann sein, wenn sich jemand mehr Nähe, Zuneigung oder auch Tiefe innerhalb einer Beziehung wünscht. Es handelt sich dabei um ein subjektives Gefühl. Die Qualität ist dabei von grösserer Bedeutung ist.

🔍Es ist wichtig, den Begriff Einsamkeit von sozialer Isolation abzugrenzen. Soziale Isolation ist ein objektiver Zustand des Alleinseins. Soziale Isolation kann, aber muss nicht als unangenehm empfunden werden. Währenddessen wird im wissenschaftlichen Sinn Einsamkeit immer negativ empfunden. Viele Menschen sind demnach gerne alleine und leiden auch nicht unter diesem Alleinsein. Im Gegenzug dazu gibt es jedoch Menschen, die sich einsam fühlen, obwohl sie von vielen Menschen umgeben sind und von aussen betrachtet nicht allein sind, da sie in ein grosses soziales Netzwerk eingebunden sind.

❗️Einsamkeit kann unseren Körper und unsere Psyche schwächen. Betroffene Menschen leiden häufiger an Krebs und Demenz, zudem steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Einsamkeit kann jedoch auch zu einer Depression führen oder taucht als ein Merkmal bzw. Symptom einer Depression auf.

💬 Wichtig ist: Für Einsamkeit muss man sich nicht schämen, denn viele Menschen sind davon betroffen. Sprich darüber!

🔜 Ausblick: Wie viele Menschen an Einsamkeit leiden, wer davon betroffen ist und welchen Stellenwert Einsamkeit in der momentan Covid19-Pandemie in unserer Gesellschaft einnimmt, erfährst du in weiteren Posts.

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❓Was kannst du tun, wenn es jemandem aus deinem Umfeld nicht gut geht und er*sie sich selbstverletzt?

💡Gerade wenn wir eine Person in unserem Umfeld haben, der es nicht gut geht, ist es oftmals schwierig, sie*ihn darauf anzusprechen. Vielfach wissen wir auch nicht genau, wie wir am besten vorgehen. Deswegen soll dieser Post Möglichkeiten aufzeigen, wie wir eine betroffene Person am besten ansprechen, wenn es ihr*ihm nicht gut geht.

💬Direkt ansprechen: Es hilft jedem, wenn man die Person direkt auf seine*ihre Selbstverletzung oder die Traurigkeit anspricht. Man kann zum Beispiel sagen „Ich mache mir Sorgen um dich - ich habe Angst, dass du dir etwas antun willst. Stimmt das?“ - dies ist ein Angebot, sich auszusprechen und der*die Betroffene fühlt sich eher ernst genommen, als wenn du um den Brei herum redest. Ganz wichtig: Du bringst niemanden auf die Idee, sich etwas anzutun, wenn du ihn*sie direkt darauf ansprichst.
✨Stellung beziehen, nicht bewerten: Es ist hilfreich, wenn du das Vorhaben weder bewertest noch verurteilst und dennoch Stellung beziehst („Ich verstehe, dass du dich verzweifelt fühlst in dieser Situation. Ich möchte aber, dass es dir gut geht und du dir nichts antust. Du bist mir wichtig“).
👂Zuhören als wichtigste Hilfe: Interessiert Zuhören ist fast immer die erste und wichtigste Hilfe. Halte dich mit dem Reden zurück und sag stattdessen „Ich kann gut nachfühlen, dass du dich so fühlst in deiner Situation“, dränge nicht darauf, sondern frage nach „Magst du mir noch etwas erzählen, wie’s dir geht?“.
👥Wieder abmachen: Mach mit der*dem Betroffenen nach dem Gespräch erneut ab, sodass der Kontakt nicht abreisst - zum Beispiel sag, dass du wieder anrufst. Oder ihr vereinbart ein Treffen am Wochenende.

🗣Wichtig ist, dass du der betroffenen Person zuhörst, ihn*ihr Zeit lässt und geduldig bist. Hab Vertrauen in dich und trau dich, einen Menschen in deinem Umfeld darauf anzusprechen, wenn du denkst, dass es ihm*ihr nicht gut geht.

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💡Unter Selbstverletzendem Verhalten (SVV) wird eine freiwillige, direkte Zerstörung oder Veränderung des Körpergewebes ohne suizidale Absicht verstanden (Beispiele: sich kneifen, schneiden, schlagen oder verbrennen). Diese Zerstörung oder Veränderung des Gewebes wird nicht sozial akzeptiert, ist direkt und oft repetitiv und führt meist zu kleinen oder moderaten Schädigungen. Nach der medizinischen oder klinischen Definition liegt dann Selbstverletzendes Verhalten vor, wenn sich die/der Betroffene innerhalb eines Jahres an fünf oder mehr Tagen absichtlich selbst eine Schädigung des Körpergewebes zufügt.

❗️Eine Depression kann sich oftmals so schlimm anfühlen oder die unangenehmen Gefühle können so überhand nehmen, dass sich viele Jugendliche auch schon einmal selbst verletzt haben. Meist kommt es dazu, wenn man viel Stress hat, sich belastet fühlt oder der seelische Kummer so gross ist, dass man sich isoliert, unverstanden fühlt und die Leere dann nicht mehr aushalten kann. Manche schneiden sich dann beispielsweise selbst, um den inneren Druck, die Spannungen oder die Angst oder Wut abzubauen und den seelischen Schmerz zu überdecken.
Es kann auch sein, dass Betroffene während einer Depression keine Gefühle mehr empfinden. Dies kann auch ein Grund sein, weswegen sich jemand selbst verletzt. In solch überwältigenden emotionalen Zuständen gelingt es den Betroffenen meist erst so, sich selbst wieder zu spüren und zu beruhigen.

🗣Wer sich selbst verletzt, sollte sich Hilfe holen. Mögliche Anlaufstellen sind in der Story verlinkt.

💬 Wenn du jemanden in deinem Umfeld hast, bei dem du denkst, dass er/sie sich selbstverletzt, dann solltest du die Person darauf ansprechen. Wie du das machen könntest, wird in einem späteren Post erklärt.

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💡Emotionen spielen in unserem Alltag eine sehr wichtige Rolle. In bestimmten Situationen empfinden wir angenehme Emotionen wie Freude oder Glücklichkeit. Der Alltag kann aber auch geprägt sein von unangenehmen Emotionen wie Wut, Trauer oder Enttäuschung. Es fällt uns schwer, unsere unangenehmen Emotionen und unsere Sorgen auszudrücken oder anzusprechen. Teilweise fühlen wir uns von unseren Emotionen überwältigt und wir fallen in eine Art „Tunnelblick“. Manchmal wissen wir dann gar nicht mehr, was wir eigentlich fühlen. Gerade in solchen Momenten ist es wichtig, Emotionen dieser Art anzusprechen und sich jemandem anzuvertrauen. Zum Beispiel kannst du schildern, was du im Körper gerade spürst oder der erste Gedanke, der dir durch den Kopf geht. Wenn du nämlich alles in dich hineinfrisst, werden die Sorgen noch grösser und die Emotionen noch unangenehmer.

❗️Wichtig dabei ist: Es ist okay, Emotionen wie Wut oder Trauer zu verspüren. Es ist normal und vor allem auch wichtig, unangenehme Emotionen zu haben. Wir sind alle ausgestattet mit angenehmen und unangenehmen Emotionen und diese wechseln sich in unserem Leben ständig ab. Unangenehme wie auch angenehme Emotionen teilen uns nämlich immer etwas mit und sie können uns helfen, mit bestimmten Situationen besser umgehen zu können. Wichtig ist: jede Emotion wird auch wieder vorbei gehen.

✨Vielfach streiten wir unangenehme Gefühle ab oder wollen sie unterdrücken. Viel wichtiger ist aber, dass wir über Emotionen dieser Art sprechen. Dies kann helfen, unangenehme Gefühle zum Ausdruck zu bringen und es kann sich befreiend anfühlen.

💫Denk daran: Emotionen sind Zustände, die auch wieder vorbei gehen.

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❗️Die Covid19-Pandemie hat viele schwierige Situationen, unangenehme oder unbekannte Gefühle und ungewollte Veränderungen mit sich gebracht.
Ein grosser Teil der Pandemie, der bereits viel Energie erfordert hat, liegt schon hinter uns. Doch die Lage ist noch immer unsicher, es kommen weitere Ungewissheiten dazu und uns ist noch nicht klar, wie wir durch den Winter kommen. Daher kämpfen viele von uns mit Unsicherheiten. Dazu kommt, dass unsere Energie durch die vergangenen Wochen und Monate reduziert wurde und immer noch Ungewissheit bezüglich der Zukunft herrscht. Das kann dazu führen, dass wir uns nicht gut fühlen.

💡In solchen Zeiten ist Selbstfürsorge extrem wichtig, also dass du dich um dich selbst kümmerst. Nimm dir Zeit für dich und deine psychische und körperliche Gesundheit. Hier einige Ideen, wie du Selbstfürsorge einfach in deinen Alltag integrieren kannst:

✨Atme durch: Nimm dir einen Moment Zeit. Der Alltag ist hektisch genug, gönn dir eine ruhige Auszeit, in der du nichts tust. Geh in den Wald spazieren, spiel deine Lieblingsplaylist oder meditiere.

🎨Werde kreativ: Mach etwas Kreatives - Kreativ sein kannst du auf viele verschiedene Arten, beispielsweise mit Malen, Tanzen oder Musizieren, vielleicht ist aber auch eher Handwerkeln oder Basteln dein Ding?

💫 Ich bin gut so, wie ich bin: Wenn du unsicher bist oder an dir selbst zweifelst, rufe dir in Erinnerung: niemand ist perfekt und jeder hat Fehler und Schwächen! Akzeptiere dich selbst, so wie du bist, mit allem was du hast und schaffst.

💌 Versuche dich ein wenig abzulenken und auf neue, positive Gedanken zu kommen, in dem du dir etwas Gutes tust.

🌟Call-to-Action: Wusstest du, dass du deinen Körper austricksen kannst, Freude zu empfinden? Versuch mal deine Mundwinkel für 1 Minute zu einem Lächeln hochzuziehen oder klemm einen Stift zwischen deine Zähne – durch die Aktivierung der Lachmuskeln, schüttet unser Gehirn mehr Glückshormone aus und du wirst merken, wie du dich besser fühlst.

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💬Ja, die Corona-Pandemie kann für Depressionen ein Belastungsfaktor sein. Die Massnahmen, die durch das Coronavirus erforderlich waren, wie z.B. das social distancing haben unter anderem dazu geführt, dass man seinen Freunden nicht mehr nahe sein oder seinen Freizeitaktivitäten (Sportvereine, Musikschule etc.) nicht mehr nachgehen konnte. Die Gefahr, sich selbst oder geliebte andere mit dem Coronavirus anzustecken, kann Angst machen und bei verletzlichen Menschen eine Depression auslösen oder reaktivieren.

❗Die Corona-Pandemie führte vor allem bei jungen Menschen im Jahr 2020 zu einem Anstieg von schweren depressiven Symptomen: von 3% auf 18%.

⚡Auch in Bezug auf Suizidalität hat beispielsweise das Kinderspital Zürich im Jahr 2020 eine erhöhte Anzahl an Suizidversuchen verzeichnet. 2019 kamen nach einem Suizidversuch 22 Kinder und Jugendliche ins Kinderspital. Im vergangenen Jahr waren es mit 49 mehr als doppelt so viele.

💫Was kannst du nun tun, um dich präventiv zu schützen? Im nächsten Post erhältst du hierzu verschiedene Tipps!

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💡Ja, das gibt es. Verschiedene Risikofaktoren für nicht-suizidale Selbstverletzung (NSSV) sind auch Risikofaktoren für Suizidalität. So beispielsweise Wut, depressive Symptomatik und körperliche Misshandlung.

💬Ein weiterer Zusammenhang findet man in zahlreichen Studien. Diese zeigen, dass NSSV ein deutlicher Risikofaktor für Suizidalität darstellt. Durch NSSV wird die Fähigkeit erlernt, sich selbst du schaden. Jemand, der sich selbst verletzt, hat damit ein höheres Risiko, auch einen Suizidversuch z.B. zu unternehmen.

❓Was ist nun der Unterschied zwischen NSSV und Suizidalität?

❗Der wichtigste und grösste Unterschied zwischen NSSV und Suizidalität stellt die Intention dar. Während NSSV nicht mit dem Wunsch zu sterben verübt wird, steht dieser Wunsch bei suizidalen Handlungen im Vordergrund. Ebenso ist die Frequenz von NSSV häufiger als die Frequenz suizidaler Handlungen. Ein weiterer Unterschied zeigt sich in der Demographie: Viel mehr männliche Jugendliche vollziehen Suizide, wohingegen mehr weibliche Jugendliche von Suizidversuchen betroffen sind. NSSV üben mehr weibliche als männliche Jugendliche aus.
Auch die Reaktionen der Umwelt, nachdem eine Verletzung stattgefunden hat, ist unterschiedlich: Bei NSSV zumeist Unverständnis und Zurückweisung. Nach einem Suizidversuch hingegen, erfahren Betroffene Anteilnahme und Besorgnis.

✨Wie du NSSV ansprechen kannst oder was du, falls du selbst davon betroffen bist, dagegen unternehmen kannst, erfährst du in einem späteren Post.

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❓Ist es riskant, Suizidalität anzusprechen?

❗️Nein!

💡Viele gehen davon aus, dass die Frage nach Suizidalität diese erhöht. Dies stimmt jedoch so nicht. Das konkrete Nachfragen nach Suizidalität stellt für die Betroffenen, die über Suizid nachdenken, einen sehr wichtigen und hilfreichen Schritt dar. Die Nachfrage wird als Erleichterung und nicht als Bedrängnis empfunden. Die Angst kann abnehmen und Hoffnung kann wieder zunehmen - eine Chance wird gesehen, auch weiterleben zu können.

💬 Mögliche Fragen, die gestellt werden können:
“Hast du in letzter Zeit (häufig) daran denken müssen, nicht mehr leben zu wollen?“
„Hast du auch daran denken müssen, ohne es zu wollen? Haben sich die Suizidgedanken aufgedrängt?“
„Hast du schon mit jemandem über deine Suizidgedanken gesprochen?“
„Hast du jemals einen Suizidversuch unternommen?“
„Fühlst du dich allein?“
„Ist diese Situation ausweglos für dich?“

🫂Wichtig ist, dass man der betroffenen Person gut zuhört und für sie da ist. Nimm dir Zeit für die/den Betroffene*n, sei aufmerksam und lass die Person aussprechen. Wenn es nötig ist, solltest du die betroffene Person zu einem Arzt oder in eine Klinik begleiten, damit sie/er sich Hilfe holen kann.

👥Das Wichtigste bei akuter Suizidalität ist, nicht allein in der aussichtslos und hoffnungslos erscheinenden Situation zu sein. Wenn es dich also selbst auch betrifft, dann vertrau dich jemandem an. Oftmals sind solche Gespräche mit Scham und Schulgefühlen verbunden, aber sich jemandem anzuvertrauen kann helfen.

✨Du bist es wert, darüber zu sprechen und Hilfe zu bekommen.

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❓Gibt es bei Suizidalität Warnsignale? Ja!

💡Die Annahme, dass sich ein Mensch, der von Suizid spricht, nichts antut, ist falsch. Hinweise und Warnsignale von Selbstgefährdung gibt es in unterschiedlichen Formen.

❗Typische Warnsignale sind:
• Hoffnungslosigkeit und fehlender Lebenssinn
• Wiederholte Erwähnung von Tod und Suizid: 80% der Suizide werden vorher angekündigt!
• Intensive Beschäftigung mit dem Thema Tod (Zeichnungen, Lektüre, Gedichte etc.)
• Drohung, sich etwas anzutun, sich umzubringen
• Plötzlicher Wunsch, private Angelegenheiten zu regeln oder das Testament zu schreiben
• Schreiben von Abschiedsbriefen
• Aufgabe von Hobbies, Aktivitäten, Verabredungen
• Verschenken von bedeutungsvollen Gegenständen
• Soziale Isolation
• Verwahrlosungstendenzen
• Pflicht- und Alltagsvernachlässigung
• Plötzlicher Leistungsabfall in der Schule
• Schulverweigerung
• Suche nach Tabletten, Waffen, etc.
• Riskante Aktivitäten
• Plötzlich gelöste Stimmung nach depressiver Phase

⚡Call-to-Action: Nicht jedes Warnsignal heisst zwangsläufig, dass es ein «Vorreiter» für eine suizidale Handlung oder potenzielle Selbstgefährdung ist. Aber wenn du ein Warnsignal bemerkst, ist es jedes Mal wert, neugierig und konkret nachzufragen. Wie du das Thema ansprechen kannst, erfährst du im nächsten Post!

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❓Was kannst du tun, wenn sich jemand in deinem Umfeld das Leben nimmt oder es versucht?

⚡Ein Suizid verändert das Leben der Hinterbliebenen grundlegend. Aufgrund der Extremsituation stehen sie unter Schock und sind verzweifelt und/oder wütend. Man fühlt sich hilflos und ein Unverständnis macht sich breit. Es tauchen immer mehr Fragen auf und man wünscht sich sehnlichst Antworten. Ein riesiger Schmerz des Verlustes geht oft mit Schuldgefühlen und -zuweisungen einher. Dieses Chaos an Gedanken und Gefühlen kann leichter mit der Hilfe anderer bewältigt werden.

🤝Bei einem solchen Schicksalsschlag ist es wichtig zu wissen, dass diese schwere Zeit nicht alleine überstanden werden muss. Angehörige sollten so intensiv wie möglich nachbetreut werden. Diese Postvention betrifft Massnahmen für Hinterbliebene nach einem Suizid. Häufig wird durch die Polizei und Rettungsdienste das Care Team des Kantons Bern alarmiert und angefordert. Das Team bietet die notfallseelsorgerliche bzw. notfallpsychologische Unterstützung bei der Bewältigung eines solchen Erlebnisses an. Diese psychosoziale Nothilfe hat eine rasche psychische Stabilisierung und Wiedererstellung der Handlungsfähigkeit der Hinterbliebenen zum Ziel. Auch Kriseninterventionsteams können beigezogen werden.

➡️Nach dieser Akutintervention gibt es verschiedene Möglichkeiten zur längerfristigen Hilfestellung für die Trauerbewältigung. Dazu gehören Selbsthilfegruppen, Beratungen und Therapien durch HausärztInnen oder psychiatrische und psychologische Fachpersonen. Verschiedene Selbsthilfegruppen sind auf der Website selbsthilfeschweiz.ch abrufbar.

👥Trag dir Sorge und vertraue dich jemandem an. In einem früheren Post findest du Adressen, Kontakte und Telefonnummern, an die du dich wenden kannst.

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